
Aufgewachsen ist J.D. Miles mit Momo, den Brüdern Löwenherz und Ronja Räubertochter. Ihre Kindheit verbrachte sie entweder in Fantasien oder streunte durch die Natur, wo sie – sehr zum Leidwesen ihrer Mutter – jedes tierische Findelkind mit nach Hause brachte. In ihren Zwanzigern begann sie halbherzig ein Soziologiestudium, arbeitete währenddessen aber mit Begeisterung fürs Theater und Fernsehen. J.D. hat eine Schwäche für Fastfood und Tanzen, schreibt ihre Geschichten am liebsten barfuß und liebt fast ihr ganzes Leben schon denselben Mann, mit dem sie zum Glück verheiratet ist.
Veröffentlichungen:
‘Brückenwärts’, Finalistin ‘Open Mike’ Berlin
‘Trauerweide’ in Ausgewählte Werke IX Bibliothek deutschsprachiger Gedichte
‘Fallhöhen’, Finalistin Der Hörbuchverlag
‘Angstfänger’, Kurzgeschichtensammlung
‘The Ever Tale’, Fantasy Roman, Trilogie
‘Schatten der Vergangenheit’ , in der Anthologie ‘10 Jahre Selfpublisher Verein’
„Seht mal, er pinkelt sich gleich ein!“ Khalid, der Größte von ihnen, zeigt lachend in meine Richtung. In seinen Augen funkelt übermütige Wut.
„Bald ruft er nach seiner Mamiii!“, stimmt Oleg mit ein, während sein feistes Gesicht vor Sensationslust fettig glänzt.
Markus steht ein wenig abseits und sagt nichts – vielleicht ist das das Schlimmste.
Langsam atme ich ein und versuche dabei, nicht an meine schmerzende Seite zu greifen, in die mich Khalid vor ein paar Sekunden getreten hat. Keine Ahnung, wie er es immer wieder schafft, die besonders schmerzhaften Stellen zu treffen. Eventuell ist es ja die Grundvoraussetzung, um im Arschlochclub Vorsitzender zu sein.
Khalid macht einen Schritt auf mich zu.
Ich hasse es genauso sehr wie ihn, als mein Instinkt die Oberhand gewinnt, und ich reflexartig vor ihm zurückweiche.
Khalid lacht dreckig. Er stemmt die Hände in die Hüften und legt den Kopf schief: „Was mache ich nur mit dir?“
Eine prickelnde Gänsehaut zieht sich über meinen Rücken, als ich den leisen Unterton von purem Vergnügen in seiner Stimme höre.
„Was ist hier los? Warum seid ihr nicht in eurem Unterricht?“
Die schneidende Frage von Herrn Wüsten lässt uns alle die Köpfe in seine Richtung drehen.
Noch nie war ich so glücklich darüber, einen Lehrer in einem der Schulflure zu sehen. „Bin schon weg“, murmele ich und bücke mich nach meinem Rucksack. So schnell es die Schmerzen zulassen, laufe ich den Gang entlang.
Als ich endlich draußen stehe und die warme Luft tief einatme, gestatte ich es mir zum ersten Mal an diesem Montag zu entspannen. Ich bin gestern dreizehn Jahre alt geworden und mein Leben ist mehr als beschissen. Anstatt, wie die meisten, am Wochenende loszuziehen und einen drauf zu machen, habe ich meinen Geburtstag am Krankenbett meiner Mutter verbracht. Das Marienhospital liegt genau vier Querstraßen von unserer Wohnung entfernt, so dass ich abwechselnd zu Fuß gehe, mit dem Fahrrad hinfahre oder von meinem Vater im Auto mitgenommen werde. Seit drei Monaten liegt Mom nun auf der onkologischen Station, und obwohl keiner von uns darüber spricht, ist klar, dass sie nicht mehr nach Hause kommen wird. Ich schlucke angestrengt und habe das Gefühl, eine scharfe Rasierklinge steckt seit dem Tag der Diagnose in meinem Hals fest.
Einen Stein vor mir her kickend laufe ich langsam die Straße entlang, die mich von der Gesamtschule wegführt, in deren achte Klasse ich gehe. Mein bester Freund ist vor einem halben Jahr mit seiner Familie weggezogen, seitdem verbringe ich die meiste Zeit allein. Na ja, von der Gesellschaft des Arschlochclubs mal abgesehen, der mir seit ungefähr vier Monaten immer mal wieder auflauert. Wenn ich, so wie heute, Pech habe, schnappen sie mich und ich bekomme Prügel. So oft ich mir den Kopf darüber schon zerbrochen habe, mir will einfach kein Grund einfallen, warum sie es auf mich abgesehen haben. Besonders ihr Anführer Khalid scheint mich zu hassen. Und wenn ich ehrlich bin, habe auch ich ihn zu hassen gelernt. Ich kicke den Stein mit voller Absicht gegen einen Zaun und biege in unsere Straße ein.
„Du kommst spät! Ich wollte gerade losfahren“, begrüßt mich mein Vater, als ich unsere Wohnung betrete. „Ich habe dir ein Brot gemacht, du kannst es während der Fahrt essen.“
Immer öfter fällt mir auf, dass er mich gar nicht mehr fragt, ob ich überhaupt zu meiner Mutter ins Krankenhaus mit will. Es scheint, als gehe er einfach davon aus.
„Du siehst ein bisschen blass um die Nase aus, ist alles in Ordnung?“, will er wissen, als wir ins Auto einsteigen.
Ich bin froh, dass ich gerade vom Brot abgebissen habe, das gibt mir eine Entschuldigung nicht direkt auf seine Frage antworten zu müssen. Ich kaue langsam und schlucke hart, denn die Rasierklinge ist wieder da.
„Ja, alles prima“, nuschele ich und schaue ihn nicht an.
Damit gibt er sich zufrieden, den Rest der Fahrt schweigen wir.
„Ach, mein Junge.“ Meine Mutter sieht mich aus rotgeränderten Augen an und ich beuge mich zu ihr hinab, um sie behutsam in den Arm zu nehmen. Ich vergesse dabei die schmerzende Rippe und verziehe unvermittelt das Gesicht.
„Was ist los?“, fragt mein Vater und sieht mich stirnrunzelnd an.
„Es ist nichts“, lüge ich und setze mich umständlich ans Bett meiner Mutter.
„Lass mich mal sehen“, fordert er mich auf und macht eine Geste, ich solle mein T-Shirt hochziehen.
„Dad, lass gut sein“, murmele ich und hoffe, er wird von mir ablassen.
„Ich möchte, dass du dein Shirt hochziehst. Wenn nichts ist, kann es ja auch nicht weiter schlimm sein.“
Als ich ihm in die Augen blicke, ist mir klar, dass er nicht klein beigeben wird. Seufzend hebe ich mein Oberteil ein wenig an und höre im gleichen Moment, wie meine Eltern scharf Luft holen.
„Wo hast du das her?“ Mein Vater springt auf und geht vor mir in die Hocke. „Ist das beim Sport passiert?“
Ich höre die leise Hoffnung in seiner Stimme, dass der riesige Bluterguss einen anderen Grund hat als den, dass sein Sohn zu schwach ist, um sich zu wehren. Kurz bin ich versucht, ihn anzulügen, aber ein Blick ins Gesicht meiner Mutter hält mich davon ab.
„Da sind ein paar Jungs in der Schule, die mich ärgern. Wenn sie mich erwischen, verprügeln sie mich.“
„Wissen deine Lehrer davon?“ Mein Vater sieht mich stirnrunzelnd an.
Beinahe lache ich.
Die meisten von ihnen kennen noch nicht einmal meinen Namen, denn die Klassen sind heillos überfüllt und die Lehrer vollkommen überfordert.
„Dad, ich komme allein damit klar.“
„Das sieht aber nicht so aus. Lukas, du musst dich wehren! Ich gehe gleich am Freitag zu deinem Klassenlehrer, so kann es doch nicht weitergehen!“
Ich erwidere darauf nichts und ziehe den Kopf ein.
Ich habe mich gewehrt – anfangs, als ich noch dachte, ich könne ihnen entkommen. Bis sie mich eines Besseren belehrt haben.
„Schatz, hör auf deinen Vater!“ Der Satz meiner Mutter ist mehr ein Flüstern und die wahre Botschaft dahinter klar und deutlich: Hör auf deinen Vater, denn ich bin nicht mehr lange da.
2
Der nächste Morgen weckt mich aus einem Albtraum. Verschlafen stelle ich fest, dass er, auch wenn ich wach bin, nicht endet. Meine Mom wird sterben. Dieser Gedanke hat sich seit gestern so hartnäckig in meinem Kopf festgesetzt, dass kein Raum mehr für etwas anderes bleibt. Alles an mir fühlt sich bleischwer und träge an, und ich beschließe, heute die Schule zu schwänzen. Mein Vater ist schon zur Arbeit gefahren und die Versuchung ist groß, einfach liegen zu bleiben. Doch draußen drückt sich bereits die warme Sommerluft gegen die Fenster und lockt mich rauszugehen. Also raffe ich mich auf und gehe ins Bad.
Eine halbe Stunde später habe ich gefrühstückt, schnappe mir den Rucksack mit meinen Schwimmsachen und mache mich auf den Weg zum Bahnhof. Ich muss zwar sechs Stationen fahren und dann noch einen kleinen Fußmarsch hinlegen, doch dann bin ich am Waldsee, den ich um diese Uhrzeit bestimmt für mich alleine habe: alle anderen sind entweder auf der Arbeit oder in der Schule. Früher bin ich dort oft mit meinem besten Freund schwimmen gewesen, heute bin ich allerdings froh, mit meinen dunklen Gedanken allein zu sein.
Das ändert sich schlagartig, als ich die Treppe zum Bahnsteig hochrenne, denn kaum bin ich oben angekommen, sehe ich sie: den Arschlochclub.
Bevor ich mich unbemerkt davonstehlen kann, entdeckt mich Oleg und beginnt direkt loszuschreien:
„Naah, wen haben wir denn da? Warum ist das Musterschülerchen nicht in der Penne?“
Als sich auch Khalid und Markus in meine Richtung drehen, sackt mir das Herz in die Hose. „Hört mal, können wir es für heute nicht gut sein lassen?“, versuche ich mein Glück und gebe mich möglichst cool. Aus den Augenwinkeln sehe ich, dass wir allein auf dem Bahnsteig sind. Niemand wird mir helfen. Langsam kommt Khalid auf mich zu. Er erinnert mich an ein Raubtier, das seine Beute gewittert hat.
„Was hast du denn in deinem Rucksack? Lass mal sehen!“ Er streckt die Hand aus und sieht mich erwartungsvoll an.
Wahrscheinlich geht er davon aus, dass ich – wie sonst auch – keinen Widerstand leisten werde. Aber heute nicht. Heute habe ich die Worte meines Vaters im Ohr und sehe die traurigen Augen meiner sterbenden Mutter vor mir. Etwas in mir zerreißt mit einem trockenen Geräusch und ich bin selbst erstaunt, als ich mich laut sagen höre: „Nein!“
„Nein?“ Khalid zieht amüsiert die Augenbrauen hoch. Dann wendet er sich zu den beiden anderen um. „Er sagt nein, habt ihr das gehört?“
Ohne Vorwarnung überbrückt er den Abstand zwischen uns und schubst mich mit voller Wucht vor die Brust:
„Ich sagte, du sollst mir deinen verschissenen Rucksack geben!“
„Nein“, keuche ich. Wieder schubst er mich, so dass ich immer weiter vor ihm zurückweiche.
„Gib…mir…deinen…Rucksack!“ Khalids Gesicht wird zornesrot, seine Hände ballen sich zu Fäusten und ich weiß aus Erfahrung, dass er damit gleich auf mich einschlagen wird.
„Nein, habe ich gesagt!“, schreie ich und überrasche mich selbst ein zweites Mal, als ich wutentbrannt auf ihn zustürme und ihn ebenfalls mit aller Kraft schubse.
Khalid, genauso erstaunt wie ich, macht ein erschrockenes Gesicht, bevor er vollkommen überrumpelt nach hinten stolpert. Er rudert kurz mit den Armen, verliert aber dennoch sein Gleichgewicht und stürzt hinter die Bahnsteigkante.
Stocksteif bleibe ich stehen. Alles scheint zu gefrieren. Eben stand er noch da und nun ist er plötzlich weg. Ich halte den Atem an und warte darauf, dass er wieder auftaucht, aber das passiert nicht. Langsam zwinge ich mich ein paar Schritte nach vorne zu gehen und schaue geradewegs auf seinen Körper, der seltsam verdreht auf den Gleisen liegt.
„Khalid? Khalid, kannst du mich hören?“, kreischt Oleg plötzlich neben mir und starrt mit weitaufgerissenen Augen nach unten. „Scheiße, so eine verdammte Scheiße! Los, wir müssen hier weg!“
Ich habe noch nicht begriffen, was er damit meint, da hasten er und Markus bereits die Treppen hinab und verschwinden. Ungläubig schaue ich wieder zu Khalid. Er bewegt sich nicht. Und auch ich bin wie erstarrt, alles in meinem Inneren ist zum Erliegen gekommen.
Dann ertönt plötzlich aus der Ferne ein langgezogenes Warnsignal, der Zug kommt! Gehetzt sehe ich mich um, aber es ist nach wie vor niemand außer mir hier.
„Scheiße!“, fluche ich laut und bevor ich es mir anders überlegen kann, steige ich aufs Gleisbett hinunter. Mein gesamter Körper steht unter Strom, als ich Khalid unter die Arme greife und versuche, ihn zu bewegen. Ich kann das leichte Vibrieren der Schienen unter meinen Turnschuhen spüren und die Panik springt mich an wie ein wildes Tier. Krampfhaft ziehe ich ihn zur Seite: „Los, komm schon!“, heule ich verzweifelt und zerre wie ein Verrückter an ihm.
Khalid schlägt verwirrt die Augen auf und schaut mich an.
„Los, wir müssen hier weg!“, brülle ich und schleppe ihn weiter mit mir. Ich höre bereits die kreischenden Räder des Zuges, der gerade in die letzte Kurve kurz vor dem Bahnhof einfährt.
Gemeinsam haben wir endlich die Bahnsteigkante erreicht und ich schiebe Khalid, der versucht, sich mit zitternden Armen nach oben zu ziehen. Ich denke schon, dass er es geschafft hat, als er mit einem heiseren Schrei wieder nach hinten fällt und mich mit sich reißt. Das Letzte, das ich höre, ist der einfahrende Zug.
Dann wird alles still.
3
Der Saal ist bis auf den letzten Platz besetzt, über sechshundert Menschen sitzen im Halbdunkel, darauf wartend, dass ich heute zu ihnen sprechen werde. Wie jedes Mal sammle ich mich kurz hinter der Bühne und denke an ihn, bevor ich hinaus ins Scheinwerferlicht muss. Dann setze ich mich in Bewegung und beginne meine Rede:
„Meine Damen und Herren der Lehrerschaft, liebe Schülerinnen und Schüler, danke, dass ihr so zahlreich erschienen seid. Ich werde heute etwas aus meiner eigenen Jugendzeit erzählen. Damals waren Begriffe wie Mobbing oder Stalking noch nicht geboren. Es gab kein Internet und auch keine Handys. Ihr lacht, doch so eine Zeit gab es wirklich. Und auch wenn diese Zeit eine andere war, so gab es in ihr ebenfalls Gewalt und Hetze. Aber es geschah in einem weitaus kleineren, intimeren Rahmen, als heutzutage, wo es das Internet gibt. Ich kann euch nicht sagen, was mehr Narben hinterlässt: Wenn euch jemand im Netz beleidigt und bedroht oder euch ins Gesicht schlägt. Jetzt werden einige von euch sagen, dass der Schlag sehr wohl mehr wehtut und das mag stimmen. Aber auch die seelischen Narben, die ausschließlich durch Worte entstehen, schmerzen. Keine Sorge, ich werde heute nicht auf euch einreden und von einer guten, alten Zeit sprechen, die es so nie wirklich gegeben hat, weil sie nur in den Köpfen der Gestrigen existiert. Nein, ich habe euch versprochen, etwas aus meinem Leben zu erzählen. Eine Geschichte, die mich so dermaßen geprägt hat, dass sie mich zu einem anderen Menschen gemacht hat. Wie ihr sehen könnt, im sprichwörtlichen Sinn.“
Ich greife an die Räder meines Rollstuhls und nutze während des Vortrags die gesamte Bühne. Die Spannung im Saal ist fast greifbar und mehr als einmal sehe ich, wie die Menschen in der ersten Reihe schlucken, als sie dem zuhören, was ich zu erzählen habe. Und es ist keine geschönte Geschichte. Ich spüre keinen Stolz, keine Genugtuung. Alles, was ich spüre, ist Erleichterung. Weil ich ihm heute wieder gerecht geworden bin, weil ich einen weiteren kleinen Teil meiner Schuld abgetragen habe. Und wie bei jedem meiner Vorträge, die ich seit über fünfzehn Jahren halte, schließe ich mit den Worten:
„Mein Name ist Khalid Masur, ich bin zweiundfünfzig Jahre alt und ein Überlebender. Doch derjenige, den ich damals gemobbt habe und der mich dennoch gerettet hat, ist heute nicht mehr unter uns. Und daran trage ich allein die Schuld. Nur weil ich damals zu jung war, hatte meine Tat keine Konsequenzen. Aber das haben Taten, wie meine, immer. Ich kann also nur hoffen, dass ich euch heute erreichen konnte. Dass meine Worte etwas bei euch bewirkt haben, dass Lukas‘ Tod nicht vollkommen umsonst gewesen ist. Falls euch jetzt klargeworden ist, dass ihr selbst Mobber seid, hört auf damit! Es wird euch mit in den Abgrund ziehen und von da an geht es nur noch abwärts. Wenn ihr Opfer von Mobbing seid, sucht euch Hilfe. Es ist egal, mit wem ihr sprecht, nur sprecht darüber. Wann immer ihr schweigt, wird es nicht aufhören. Und wenn es nicht aufhört, werdet ihr daran früher oder später kaputt gehen.“
Applaus brandet auf.
Und ich hoffe sehr, dass ich wirklich jemanden erreichen konnte. Mein Vortrag ist zu Ende und der Saal leert sich. Die Geräusche einer großen Menschenmenge, die sich langsam erhebt und zum Ausgang strebt, dringen zu mir herüber, als ich auf dem Weg bin, die Bühne zu verlassen. Doch ich bin bereits in meine eigenen Gedanken versunken. Noch heute sehe ich Lukas gequältes Gesicht vor mir, mit dem panischen Ausdruck in den Augen, wenn ihm klar wurde, dass er mir nicht entkommen konnte. Vor langer Zeit ist mir bewusst geworden, dass es das ist, was Schuld mit einem macht: sie erinnert einen jede Lebenssekunde daran, was man sich aufgeladen hat. Und sie lässt einen nie wieder los.
Anregungsfragen:
- Wo genau versagen Schule und Gesellschaft im Text – bei den Tätern, bei den Opfern oder bei den Erwachsenen?
- Kann Schuld verjähren, wenn die Tat als Jugendlicher begangen wurde – oder bleibt sie lebenslang bestehen?
- Wie schnell kann aus alltäglichem Mobbing eine tödliche Situation werden – und warum wird diese Gefahr oft unterschätzt?
- Reichen Aufklärung, Vorträge und Appelle aus, um Gewalt zu verhindern – oder kommen sie immer zu spät?
- Was bedeutet es, dass Lukas selbst im Moment größter Angst noch rettend handelt – und was sagt das über moralische Erwartungen an Opfer aus?
Hinweis: Nach der Abstimmung wird dieser Text als bereits bewertet markiert.
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