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Heidi Metzmeier – Die Abstimmung

Heidi Metzmeier, geboren 1968 im karnevalistischen Rheinhessen, ist promovierte Diplom-Biologin und Kommunikationsberaterin. Ihre Leidenschaft gilt heute dem Schreiben und Reisen. Wenn sie nicht auf den Naturbühnen dieser Welt unterwegs ist, lebt sie mit Mann und Hund am Rand des Nordschwarzwalds.
Aufgrund ihrer Ausbildung und geprägt durch Reiseerfahrungen aus mehr als sechzig Ländern auf vier Kontinenten, möchte sie den globalen Fragen unserer Gegenwart in ihren Büchern Raum geben. In ihrem aktuellen Roman, „Die Erbin der Wut“, beleuchtet sie die Themen Klimaschutz und Aktivismus.
Wenn Sie mehr über die Autorin erfahren möchten, schauen Sie gern auf ihrer
Autorenwebseite heidimetzmeier.de vorbei. Hier kann auch der Newsletter, die Lagerfeuerpost, abonniert werden, in dem Heidi Metzmeier exklusiv über ihr Schreiben und Reisen informiert. Aktuelle Themen finden sich außerdem auf ihrem Instagramkanal @heidimetzmeier.


Es war an der Zeit, die Geschicke zu beeinflussen, denn das Experiment des Universums, sich durch die Wesen auf der Erde selbst zu erfahren, drohte erneut zu scheitern. So schickte das Universum transluzente Abgesandte in alle vier Himmelsrichtungen, um ausgewählte Regierungen mit wegweisenden Entscheidungen zu konfrontieren.

Eine schwebte geradewegs in den Deutschen Bundestag, mitten in eine Rede von Heidi Reichinnek hinein.
„Stuttgart 21 ist das beste Beispiel für die Verschwendung von Steuergeldern im Infrastrukturbereich.“
Reichinneks Körperhaltung nahm eine für sie ungewöhnliche, aristokratische Haltung an. Ihre Augen blickten für einen Moment in die Runde, als würde sie die Menschen im Plenum zum ersten Mal wahrnehmen.
„Meine Damen und Herren des hohen Hauses, es gibt Wichtiges zu erörtern. Ich erwarte, dass Sie mir jetzt genau zuhören.“
Mit schwungvoller Bewegung drehte sie sich zur Bundestagspräsidentin um und befahl: „Halten Sie die Uhr an, das wird länger dauern.“
„Netter Versuch“, antwortete diese schulterzuckend, woraufhin sie mitten in der Bewegung einfror. Das garantierte der Abgesandten die Aufmerksamkeit, die sie für ihr Vorhaben brauchte.
„Verehrte Anwesende, höhere Mächte haben mich geschickt, um Ihnen einen Deal vorzuschlagen“, richtete sie in der Gestalt von Heidi Reichinnek das Wort an die im Saal Versammelten.
So mancher Abgeordnete der Linken wirkte verunsichert. Aus den Reihen der CDU rief einer, „Die klingt ja wie Trump!“, woraufhin alle Fraktionsmitglieder um ihn herum in schallendes Gelächter ausbrachen. Andere lehnten sich neugierig nach vorn. Das versprach interessanter zu werden, als der ursprüngliche Tagesordnungspunkt.
„Ich werde Ihnen drei Themen präsentieren, die zentral sind für dieses Land – und darüber hinaus. Im Anschluss findet eine Abstimmung statt, in der Sie sich einstimmig darauf zu einigen haben, eines dieser Projekte unverzüglich umzusetzen.“
„Wen wollen Sie eigentlich verarschen?“, rief einer aus den Reihen der Rechten.
„Mein Herr, ich rate Ihnen, mein Anliegen ernst zu nehmen, denn ich bin von ganz oben beauftragt und mit weitreichenden Befugnissen ausgestattet. Vielleicht hilft es Ihnen zu wissen, dass in circa zwanzig weiteren Ländern weltweit gerade der gleiche Prozess seinen Lauf nimmt.“
Sofort zückten die Ersten ihr Mobiltelefon, um die Aussage zu überprüfen. Jedoch hatte jemand die Internetverbindung zum Plenarsaal gekappt.
„Ich kann Sie dahingehend beruhigen, dass die Angelegenheit ähnlich funktioniert wie bei einer Fee. Einigen Sie sich einstimmig auf eines der Themen, werden sich die anderen beiden automatisch erfüllen“, setzte die Abgesandte ihre Rede fort.
„Das ist ein Manipulationsversuch! Wer hat Sie geschickt? Die Russen, die Chinesen oder etwa die Amerikaner?“
Der Bundeskanzler hatte lange gebraucht, um auf die neue Lage zu reagieren. Nun versuchte er, die Kontrolle zurückzugewinnen.
„Ich weiß, Sie geben hier den Ton an, also überzeugen Sie die anderen 629, dass dem Allumfassenden nicht zum Spaßen zumute ist.“
Der Kanzler legte die Stirn in Falten:
„Eine Zumutung ist das! Ich bin noch nie so bevormundet worden.“
Einerseits hielt er den Vorfall für groben Unfug, andererseits war er neugierig, welche Themen man ihnen zur Auswahl stellte.
„Dann lassen Sie mal hören“, rang er sich ab, wobei er in Richtung Regierungsbank zwinkerte.
„Sie haben sich zur Kooperation entschlossen, das ist weise“, sprach die Abgesandte.
Durch den Block der Grünen brandete eine Welle des Gelächters.
„Man hat den Kanzler ja schon einiges geheißen, aber weise ist neu.“
„Gut. Thema Nummer eins ist der Faschismus. Die Welt erinnert sich noch gut, wie das beim letzten Mal hier in Deutschland ausgegangen ist. Daher ist jegliche Einflussnahme rechtsextremer Kräfte auf Politik, Medien und Gesellschaft sofort zu unterbinden.“
Unweigerlich glotzten einige aus der demokratischen Mitte in Richtung der Kollegen am rechten Rand. Unruhe machte sich im Saal breit.
„Mund halten!“, brüllte der Kanzler, nachdem ihm ein Blick zur Bundestagspräsidentin verraten hatte, dass diese immer noch zur Salzsäule erstarrt dasaß.
„Wer das Vertrauen seines Volkes genießt, entzieht Faschisten den Nährboden. Arbeiten Sie einen Plan aus, dieses zurückzugewinnen.“
Das klang schon fast wieder nach Heidi selbst.
„Vertrauen bekommt man durch starke Führung und strikte Regeln. Genau das bieten wir!“
Der Herr aus den Reihen der Blauen hatte einen hochroten Kopf.
Heidi warf die Hände gen Himmel, die Abgesandte verkniff sich aber jeglichen Kommentar.
„Gut. Auf Thema Nummer zwei kämen Sie mit etwas reiflicher Überlegung selbst.“
„Infrastruktur!“, rief ein sozialdemokratischer Streber,
der offenbar versuchte, den angesetzten Tagesordnungspunkt mit dem in Einklang zu bringen, was sich abspielte.
Heidi rollte mit den Augen:
„Entschuldigen Sie, aber ich habe nicht den ganzen Tag Zeit. Das hier ist kein Stuhlkreis, bei dem jeder seinen Gedanken freien Lauf lassen kann.“
Als ob er nicht zugehört hätte, meldete sich ein übereifriger Grüner, um gar nicht erst abzuwarten, dass man ihm das Wort erteilte:
„Klimaschutz!“, warf er in den Raum.
„Dankeschön. Das ist exakt, was ich sagen wollte. Offenbar ist hier noch nicht angekommen, was andere Länder längst begriffen haben: Wer den Planeten ruiniert, hat keine Zukunftsperspektive. Der Homo oeconomicus ist im Begriff, sich selbst abzuschaffen.“

Die Erläuterung ging im allgemeinen Gejammer über grüne Bevormundung nahezu unter.
„Gut. Thema Nummer drei schließlich sind Gemeinwohl und soziale Gerechtigkeit. Alles was in Deutschland von der Politik bestimmt wird, jedes Gesetz, jedes Projekt, jede Investition, ist – auch rückwirkend – daraufhin zu prüfen, ob es dem Gemeinwohl dient und Ungleichheit beseitigt, andernfalls wird es gestrichen.“
„Was soll das denn bitte heißen?“, meldete sich erstmals der Finanzminister zu Wort.
„Wenn Sie ein Beispiel wünschen: Die Verteuerung des Deutschlandtickets bei gleichzeitiger Wiedereinführung von Business-Class-Flügen für Mitglieder des Bundestags wäre so ein – wie Sie mir zustimmen werden – recht einleuchtender Fall.“
„Frau Reichinnek es reicht jetzt, Sie haben uns lange genug an der Nase herumgeführt“, erhob der Kanzler seine Stimme.
Die Abgesandte entschied, ihn zu ignorieren:
„Im Übrigen hat das Allumfassende verfügt, dass die Kommunikation sich ändern muss, angefangen mit den Vorbildern aus der Politik. Kein Mobbing, keine Hatespeech, keine Verleumdungen, Diffamierungen und auch keine Lügen mehr.“
Es wurde unerträglich laut im Saal.
„Unverschämtheit!“
„Haltlose Anschuldigungen!“
„… im Leben noch nie einen Kollegen …“
Die Kakofonie war ohrenbetäubend.
„Ruhe!“, brüllte der Kanzler, dem der Ernst der Lage langsam dämmerte. Seine christliche Grundausbildung lag allerdings zu lange zurück, um sich an eine Erklärung für diesen ungeheuerlichen Vorgang zu erinnern.
„Gut. Sie können sich jetzt zu Beratungen zurückziehen. Ich komme in zehn Stunden wieder. Sodann findet die Abstimmung statt. Denken Sie daran, damit sich alle drei Themen erfüllen, müssen die 630 Abgeordneten vollzählig zur Wahl antreten und für die gleiche Sache stimmen.“
Kaum, dass die Abgesandte geendet hatte, riefen die Anwesenden aufgeregt durcheinander. Einer stach hervor:
„Was passiert denn, wenn wir uns nicht einigen? Bleiben dann alle drei Themen unerledigt?“ Der Vorsitzende der Unionsfraktion lächelte tiefgründig.
„Gute Frage. Es tritt dann Plan B in Kraft“, erläuterte Heidi, alias die Abgesandte.
„Und was ist Plan B?“
„Das erkläre ich Ihnen nach der Abstimmung, aber akzeptieren Sie meinen Rat und einigen Sie sich.“
„Was soll denn diese Heimlichtuerei? Dann fehlen uns doch wesentliche Informationen!“, echauffierte sich der Vorsitzende.
„Das geht Ihnen doch täglich so und es hält Sie dennoch nicht davon ab, gewichtige Entscheidungen zu treffen.“
Heidi Reichinnek sackte in sich zusammen. Parteikolleginnen rannten zum Pult und stützten sie auf dem Weg zurück zu ihrem Sitzplatz. Dann klärten Sie sie über das, was geschehen war, auf. Die Abgeordnete konnte sich an nichts erinnern. Ähnlich erging es Julia Klöckner, die – aus ihrer Starre erwacht – verwirrt in den Saal blickte und sich dabei mit der rechten Hand den Hals massierte.

In der Folge verlor man wertvolle Zeit über die Diskussion, ob das Erlebte real war. Die Regierung hielt die Geschichte für Hokuspokus, den sich Oppositionelle aus den Reihen der Grünen und der Linken ausgedacht hatten. Andere zweifelten daran, dass sie sich zu einer einstimmigen Entscheidung durchringen würden. Das verbot sich schon durch diverse Brandmauern.
Der Kanzler setzte sich mit dem Vorschlag durch, die Themenwahl den Regierungsparteien zu überlassen, so dass sie lediglich darüber zu debattieren hätten, welche Form der Ausgestaltung konsensfähig sei.

Als die Abgesandte nach der vereinbarten Zeit erschien und dabei ihre transluzente Form einer fluiden Lichtquelle behielt, ging ein Raunen durch den Saal.
„Haben denn andere Länder bereits abgestimmt?“ Ein Schlawiner aus der letzten Reihe hatte all seinen Mut zusammengenommen, um die Erscheinung anzusprechen.
„Die Abstimmungen laufen synchron. Es wird Sie vielleicht überraschen zu erfahren, dass jeder vor anderen Herausforderungen steht, abhängig vom Entwicklungsstatus im geopolitischen Gefüge“, ertönte die Stimme der Abgesandten aus keiner speziellen Richtung und doch raumfüllend.
„Was soll das denn bitte heißen?“, bohrte der Mann nach.
„Deutschland hat großen Einfluss auf Parameter wie etwa klimaverändernde Faktoren oder Kapitalströme, wird seiner internationalen Verantwortung diesbezüglich jedoch nicht gerecht. Ein Land wie Bhutan misst das Bruttonationalglück, das sich an Umweltschutz, nachhaltiger Entwicklung und guter Regierungsführung misst. In Deutschland misst man das Bruttosozialprodukt. Verstehen Sie jetzt, was ich meine?“
In das betretene Schweigen hinein forderte die noch leicht blasse Bundestagspräsidentin zur Abstimmung auf.
Dem vertrauten Ritual folgend schritten die 630 Abgeordneten zu den Wahlurnen. Im Plenarsaal war die Anspannung mit Händen zu greifen.
„Das ist interessant.“
„Was meinen Sie?“, fragte der Kanzler in Richtung des Lichts.
„Vergessen Sie nicht, dass ich über Fähigkeiten verfüge, die über Ihre hinausgehen. Ich kenne das Ergebnis bereits. Aber ich will Ihnen nicht vorgreifen. Zählen Sie ruhig aus.“
Am Ende der ersten Runde der Auszählungen wurde es unruhig in den Reihen der Plenarassistenten.
„Was ist hier los?“
„Es fehlen fünf Stimmen zur Einstimmigkeit, Herr Bundeskanzler.“
Dem zum Sitzungspräsidenten bestimmten Minister für Digitales und Staatsmodernisierung war sichtlich unwohl in seiner Haut.
„Das ist unmöglich! Noch einmal zählen!“
Die Assistenten wurden ausgetauscht, kamen aber auch in der zweiten Runde zum gleichen Ergebnis. Der Kanzler hatte inzwischen ein puterrotes Gesicht.
„Armleuchter! Geben Sie schon her! Ich zähle selbst.“
„Ihr erster Versuch der wertschätzenden Kommunikation ist noch nicht sehr überzeugend, aber es spielt auch keine Rolle. Sie können sich die Mühe sparen. Die Auszählung ist korrekt. Es fehlen fünf Stimmen, aus jeder Partei eine, wenn ich das anmerken darf.“
Damit war die Abgesandte über das Ziel hinausgeschossen.
Dieser Haufen selbstgefälliger Menschen ging ihr allerdings mächtig auf die Nerven.
Sofort sahen sich die Mitglieder der Fraktionen in ihren Reihen um, auf der Suche nach dem Abweichler.
„Wenn ich Ihre ungeteilte Aufmerksamkeit für Plan B haben dürfte. Da es offensichtlich nicht möglich ist, die politischen Rahmenbedingungen für die Zukunft dieses Landes aus dem Bundestag heraus zu gestalten, wird die Macht denen zurückgegeben, die per Verfassung dazu berechtigt sind. Ich darf Sie an Artikel zwanzig Grundgesetz, Absatz zwei erinnern: Alle Staatsgewalt geht vom Volke aus.“

Ein dumpfes Raunen ging durch den Saal. Unheilvolle Vorahnungen beschlichen die Abgeordneten und so mancher trug sich mit Gedanken an die Exekution der Abweichler.
„Und wie soll das konkret aussehen?“, presste der Kanzler mit bebender Stimme hervor.
„Dafür sind vom Allumfassenden Regeln vorgesehen, die unumgänglich sind. Erstens: Der Volksentscheid wird eingeführt.“
Lautes Schnauben, ähnlich einer Herde Kühe, setzte ein. Die Standardargumente wurden abgespult:
„Das ist doch gar nicht geübt. Man muss Bürger an diese Verantwortung behutsam heranführen.“
„Dem wird Rechnung getragen. Die Themen, über die abgestimmt wird, müssen zuvor in Institutionen behandelt werden, die mit Diskussions- und Weiterbildungskultur Erfahrung haben, also Schulen, Universitäten, Ausbildungsstätten und Betriebe, ferner Volksbildungswerke, Vereine und Selbsthilfeeinrichtungen. Für die sorgfältige Umsetzung wird ausreichend Zeit und Trainingsmaterial zur Verfügung gestellt.“
„Und, welche Themen schweben dem Allmächtigen vor?“, kam die Frage prompt von der Regierungsbank.
„Wir beginnen mit dem Verbotsverfahren für die Faschisten und der Besteuerung der Überreichen.“
„Wer immer dich geschickt hat, ist ein linker Terrorist!“, schimpfte einer der Blauen.
Der Kanzler verzog derweil das Gesicht, als hätte man ihm einen Schlag in die Magengrube verpasst. Die Abgesandte fuhr ungerührt fort.
„Der zweite Punkt sind Beratergremien für alle Ministerien. Lobbyisten haben ab sofort keinen Zutritt mehr zum Bundestag und Kontaktverbot außerhalb. Stattdessen werden für das individuelle Fachgebiet Gremien gebildet, die sich zusammensetzen aus dafür qualifizierten Menschen aus der Wissenschaft, aus Ethik und Philosophie und in begrenztem Maße aus der Wirtschaft, wenn sie über jeden Zweifel der Einflussnahme erhaben sind. Das soll dazu dienen, Entscheidungen wieder auf Basis unabhängig ermittelter Fakten zu fällen und unkonventionelle Ideen nicht auszubremsen.“
Einige Abgeordnete vergruben ihr Gesicht in den Händen, andere fixierten einen weit entfernten Punkt im Universum oder saßen da wie geprügelte Hunde.
„Und schließlich wird es Bürgerräte geben sowie ein Jugendparlament, deren Eingaben zu berücksichtigen verpflichtend sein wird. Dies gewährleistet die Bodenhaftung zur Lebenswirklichkeit der Menschen und eine zukunftsweisende Politik, in der auch junge Menschen eine Perspektive haben.“
Die Abgesandte ließ den Blick durch den Saal schweifen und stellte zufrieden fest, dass ihre Botschaft angekommen war – bei allen bis auf einen:
„Aber, wenn so viele Politik machen, wozu braucht man uns dann noch? Ich fühle mich ja jetzt schon wie eine Marionette“, entrüstete sich der Kanzler.
„Du wirst dich daran gewöhnen, Fritz. Deine Strippen werden von jeher gezogen – jetzt halt von anderen“, antwortete ein Sozialdemokrat, der es wusste, weil er diese Rolle auch einmal innehatte.

Im Flur vor dem Plenarsaal versammelten sich derweil fünf, die diese Wendung zu verantworten hatten, und klatschten sich ab.
„Es wurde Zeit für einen Neuanfang“, sagte eine und ein anderer ergänzte: „Revolution hat schon immer mit einer Handvoll Entschlossener begonnen.“

Anregungsfragen:

  1. Wie kann das Recht auf zivilen Widerstand geschützt werden, wenn die Demokratie institutionell blockiert zu werden droht?
  2. Ist eine „utopische“ Veränderung nur durch Zwang oder Bruch mit bestehenden Regeln denkbar?
  3. Sind Volksentscheide und Bürgerräte eine sinnvolle Ergänzung parlamentarischer Demokratie?
  4. Wo verläuft die Grenze zwischen notwendiger Machtkritik und populistischer Systemdelegitimierung?
  5. Ist das im Text entworfene „bessere Morgen“ tatsächlich demokratischer – oder nur anders organisiert?

Soll der Text "Die Abstimmung" von Heidi Metzmeier Teil des Buches "630 - Stimmen der Gegenwart" werden?

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Hinweis: Nach der Abstimmung wird dieser Text als bereits bewertet markiert.

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