
Achim Koch: Arbeit in der Bildung, im Theater und in der Entwicklungshilfe, auf dem Balkan und zuletzt viele Jahre im Kongo, in Kamerun und im Tschad.
Bisher erschienene Romane: An Willem, Das neue Manifest, g.r.a.s., Fluchtland, Der Augenblick, Der Mann hinter dem Bild,Täuschland; eine weitere Erzählung wird in diesem Jahr erscheinen.
Weiterhin liegen eine unveröffentlichte Sammlung von Kurzgeschichten vor sowie Lieder und Theaterstücke.
Den Anruf erhielt ich sehr kurzfristig.
Ob ich in einer halben Stunde am Potsdamer Platz sein könnte. Mit meinem Aufnahmegerät. „Warum?“
Und das Stativ nicht vergessen. Und den Mikropuschel.
Von meiner Wohnung nahe Südkreuz zum Potsdamer Platz in dreißig Minuten. Echt sportlich. Ich packte sofort alles ein und eilte zur U-Bahn.
Ständig nahm ich etwas auf. Oft heimlich. Polizeiverhöre auf der Straße. Unterhaltungen in der Bahn. Ausführliche Vorträge von Taxifahrern. All das mischte ich dann mit Musik und verwendete es für meine Podcasts über die Stadt.
Aber manchmal erhielt ich auch kleine bezahlte Aufträge. Ich hatte zum Beispiel Reden auf spontanen Demos aufnehmen sollen, häufig Musikauftritte in kleinen Off-Clubs. Ein anderes Mal schnitt ich unerkannt die komplette Verkaufsverhandlung um einen reimportierten grauen Mercedes AMG-GT aus Rumänien mit. Was mich jetzt erwarten würde, war mir absolut unklar.
Potsdamer Platz, wo? Ging das nicht etwas genauer? Die Bahnstation mit zwei riesigen Aquarien? Leute kreuz und quer. Dazwischen die Straßen voll mit Autos und Bussen.
Dann eine WhatsApp: Bei den Mauerresten.
Das war konkret.
Viele Touristen. Sehr viele. Samstagnachmittag. Auch eine große Gruppe aus Asien. China, Japan, Korea oder gemischt. Keine Ahnung. Viele betrachteten die Tafeln mit Fotos und Texten an den Mauerresten. Auf dem Boden verlief die Markierung der früheren Mauer. Irgendwo bei Vapiano verschwand sie unter den neu gebauten Häusern. Auch ich sah mir kurz die Fotos an. Die Ebertstraße vor mir war früher Sperrgebiet. Alle Häuser mir gegenüber hatten nicht existiert. Brachland. Die Bahnstation war gesperrt gewesen.
Und die Mauer selbst? Waschbeton. Oder war das gar nicht mehr die Originalmauer? Es wurden ja überall bemalte Originalbetonteile der Mauer verkauft. Seit über dreißig Jahren schon. Da musste sie schon bald auf der gesamten Welt verteilt sein.
Die Mauer war immer der Burner für Touristen. Die Mauer und die Geschichten um die Teilung Berlins. Am interessantesten schien für alle zu sein, was hinter der Mauer stattgefunden hatte. Im Geheimen. Ohne Zutritt. Stasi, ausverkaufte Läden, schräge Kleidung, der komische Ampelmann, Ein-Raum-Wohnungen im Plattenbau mit stylischer Einrichtung. Immer von heute aus betrachtet. Und dann die eigenartigen Produkte: Tangermünder Nährstange, Kondom Seid bereit, immer bereit oder Menschelbrause, um nur einige zu nennen. Die DDR war seit Jahrzehnten ein sehr profitables Geschäftsmodell. Die Kosten nach der Maueröffnung mussten sich inzwischen amortisiert haben. Ein wenig abstoßend auch. Aber andere machten Geschäfte mit uralten Pyramiden, verseuchtem Gelände um kaputte Atomkraftwerke oder versunkenen Städten.
Wieder eine WhatsApp: Einschalten!
Einschalten – wofür? Für die Gespräche der Touristen aus Asien? In irgendeine Richtung musste das Mikro ja zeigen.
Dann entdeckte ich den Typen auf der Straße. Ich sah nur deshalb zu ihm, weil dort Autos hupten und einige Fahrer laut bremsen mussten. Er schlenderte über die Straße, ohne auf den Verkehr zu achten. Kamikazemäßig. Und er sprach laut vor sich hin, und trug eine verwaschene Jeansjacke und Jeanshose. Seine Haare waren nach hinten gekämmt und lagen leicht auf der Schulter wie damals bei Thomas Völler oder noch besser bei André Agassi –wenn sich noch jemand erinnert. Sonst sollte man das mal googeln, denn heute hat er keine Haare mehr.
Ich setzte meine Kopfhörer auf und richtete das Mikro erst einmal auf ihn. Er brabbelte fortwährend vor sich hin. Der Verkehr staute sich schon bis zur nächsten Kreuzung.
Ich verstand nur Teile dessen, was der Mann auf der Straße sprach oder sang. Undeutlich noch hörte ich:
Drohende Wolken verdunkeln das Licht. Und:
…ruft uns die Pflicht.
Was war das für ein Typ? Und wie sah der bloß aus? Er kam direkt auf mich zu.
Und Millionen…
Schritt und Tritt.
… Reihen mit.
Mit einem Mal Schlagzeugsequenzen, die rhythmisch zu dem Text passten. Ich nahm die Kopfhörer ab, entdeckte aber weder ein Schlagzeug noch Lautsprecher. Der Ton lag irgendwie über dem Platz, als schwebte er dort. Und nun wurden auch noch Streichinstrumente hinzugefügt. Die Touristen schienen sich ebenso zu wundern, blickten zum Himmel hinauf, konnten sich das Phänomen wohl auch nicht erklären.
Plötzlich tauchten von der anderen Straßenseite und zwischen den wartenden Autos noch andere auf. Ähnlich angezogen. Retro jedenfalls. Viel Jeans. Manches davon benäht mit anderen Stoffen oder auch Fellen. Eine Frau im grünen Overall. Eine andere mit einer breitschultrigen Bluse, Puffärmeln und einer ziemlich altmodischen Haarfrisur. Ein wenig wie Inka Bause Mitte der Achtziger. Kann man auch mal googeln. Zwei erschienen sogar in den Blauhemden der FDJ und dem roten Halstuch aber immerhin ohne Schiffchen. Einer rutschte über die Kühlerhaube einer schwarzen 7er-BMW-Limousine. Die Ampeln standen auf Rot. Alles stand auf Rot. Auf den Straßen bewegte sich nichts mehr.
Wir sind die Zukunft und wir sind die Tat.
es macht uns ein geschwätz nicht satt,
wir Brüder halten uns fest an der Hand.
Es passte vom Reim nicht so richtig zusammen, das Metrum war unklar und das Ganze warf auch inhaltliche Fragen auf. Welches Geschwätz und wieso nur Brüder und nicht auch Schwestern? Aber ich konnte diesen Sprechgesang jetzt störungsfrei aufnehmen, denn die Retroleute waren nun über den Fahrradweg gekommen und näherten sich mit tanzenden Bewegungen und in einer Reihe. Dann blieben sie stehen, hoben immer ein Bein und dann das andere und fuchtelten mit den Armen, wie man es vom Hip-Hop kannte. All das direkt vor der Bodenmarkierung der Berliner Mauer. Auf der Ostseite. Ich rückte von der Westseite weiter vor.
Hinter mir hatten sich Touristen zusammengestellt und betrachteten den Auftritt, vielleicht mit Skepsis, auf jeden Fall mit Verwunderung. Es gesellten sich immer neue dazu, und kaum jemand ging fort. Ich fragte mich, wie lang es dauern würde, bis die Polizei eingreifen würde und hörte entfernt Martinshörner. Doch die Straßen waren ja verstopft, und aus früheren Erfahrungen wusste ich, dass man in der Einsatzzentrale erst sehr spät auf die Idee kommen würde, die Bahn zu nehmen. Die Truppe vor mir sang oder sprach gemeinsam weiter, wurde dabei rhythmischer und auch schneller:
…unser Lied klingt von Heut
in das Morgen der Zeit,
das hell erleuchtet vor uns steht,
drum reih dich ein, unser Morgen ist bereit,
überlege nicht lang,
Prolet.
Ich konnte in dem Vortrag überhaupt keine formale Struktur erkennen. Es holperte und stolperte vor sich hin. Aber häufig fiel mir das auch im deutschen Rap auf. Die Form hatte nicht unbedingt Vorrang. Nur der Inhalt war wichtig. Zumindest wurde das immer wieder behauptet. Wer sprach heute noch so? Das Morgen der Zeit.
Ein schneller Blick zum Publikum. Sie setzten sich nun in den ersten Reihen auf ihre Rucksäcke und Jacken auf dem Boden. Andere standen ganz hinten auf den Simsen des Bahnaquariums. Kinder hockten auf den Schultern ihrer Eltern oder wurden auf dem Arm getragen. Sie hörten aufmerksam zu, aber ich vermutete, dass die meisten gar nicht wussten, was hier vorgetragen wurde. Viele verstanden kein Deutsch und die Gruppe sang oder sprach auch immer schneller, so dass sogar ich mich bemühen musste, sie zu verstehen. Aber jetzt änderten sie offensichtlich das Thema:
…unser Kämpfen und Sterben hat Neues gebracht,
allein von den Massen wird Geschichte gemacht,
dem leidenden Volk gilt jetzt die Tat,
gegen Blut, Zerstörung und allem Verrat.
Plötzlich trat direkt neben mir ein junger Mann mit einem schwarzen Hoody aus der Touristengruppe heraus, stieg über die Sitzenden, trat an die Mauermarkierung heran und rief der Ostgruppe laut zu:
Die Mauer muss weg!
Sie waren irritiert. Einige sangen noch:
die rote Fahne…
Einer sang sogar weiter:
…wurde gehisst.
Doch dann brachen sie ab und blickten sich gegenseitig an. Die Touristengruppe hinter mir schwieg. Ich hörte nur noch das Schlagzeug und die Geigen. Es dauerte nur wenige Sekunden, bis die Sänger von neuem begannen:
Die rote Fahne wurde gehisst,
weil der Mensch niemals vergisst,
und weil der Mensch ein Mensch ist,
drum braucht er
was zu fressen, bitte sehr.
Die Mauer muss weg!, rief jetzt wieder der Mann in dem Hoody neben mir viel lauter. Ein Tourist aus Asien tippte ihm auf die Schulter und forderte ihn auf, den Vortrag nicht weiter zu stören. Und dieses Mal fuhr die Gruppe ohne Unterbrechung fort:
Hört ihr nicht die Signale,
in Stadt und Land ihr Arbeitsleute,
die Müßiggänger schiebt beiseite,
diese Welt muss endlich unsre sein,
drum:
Und jetzt Trompeten über dem Platz:
No pasarán , no pasarán!
Abrupt hörte es auf, und auch das Schlagzeug erklang nicht mehr. Nur die Geigen schwirrten noch in der Luft. Sie hoben die Fäuste und blickten mit siegessicheren Gesichtern zu den Zuschauern hinüber, traten dann ein wenig zurück. Auch ich sah mich zum Publikum um. Fast jeder hielt ein Handy in der Hand, hatte wohl den Auftritt gefilmt. Erstaunlich aber schien mir, dass nun auch unter den Touristen einzelne Fäuste hochgerissen wurden und aus vielen Mündern das No Pasarán! zurückschallte. Eine Frau neben mir rief:
„Je komt niet voorbij“, und das konnte Holländisch gewesen sein.
Ein Franzose hinter mir sagte:
„N‘ne passe pas“ – mehr leise als laut vor sich hin.
Die asiatischen Touristen allerdings verhielten sich eher bedeckt.
Die Zuschauer standen jetzt schon auf der Leipziger Straße. Weit entfernt hörte ich immer noch das Martinshorn der Polizei, in das sich aber ein mir fremdes Sirenensignal mischte, das näherkam, obwohl die Straße versperrt war. Doch niemand störte sich daran, als die Gruppe wieder begann:
Uns ist’s eine Ehre, im Feuer zu steh’n,
im Gleichschritt der Kämpfer zur Schlacht zu geh’n,
und seht, wie die bunten Fahnen weh’n.
Plötzlich hielten hinter der Gruppe einige Blaulichtwagen mit großen Lautsprechern auf dem Dach, obwohl die Straße total verstopft war.
…uns binden die Opfer im Kampf gegen den Feind,
wir bleiben durch hunger und tod vereint.
Es waren Wartburgs, Polizeiwagen, aus denen mehrere Männer in grüner Uniform sprangen, sich viel zu kleine Schirmmützen aufsetzten.
…kühn voran dem Geist der Zeit.
Land sei bereit, für immer bereit!
Haltet immer die Fäuste bereit
für unsere neue Zeit.
Weit hinten am Eingang zur Bahn erklang plötzlich Gesang:
Avanti o popolo, alla ricossa,
bandiera rossa, bandiera rossa …
Dort stand wahrscheinlich eine Gruppe italienischer Touristen. Die Truppe an der Mauermarkierung schien auch davon nicht gestört zu sein:
…klebt auch des Volkes Blut daran,
uns weht die Fahne des Sieges voran.
Wir halten stand, no pasarán,
wir halten stand, no pasarán.
Und dazu wieder die Trompeten. Hoch gestreckte Fäuste. Dann wieder nur das Geschwirr der Geigen in der Luft.
Aus einer Ecke hinter mir erscholl ein vielstimmiges
Venceremos, mil cadenas habrá que romper,
venceremos, venceremos.
Die Sänger breiteten auf ihrer Seite der Mauer mit der Hilfe der grünen Polizisten eine rote Fahne aus, und sofort wurden Münzen und Geldscheine rübergeworfen. Ständig wurde aus der Menge Geld weitergereicht.
Währenddessen wechselte ich vorsorglich die Akkus, denn es schien, als würde ein weiterer Auftritt folgen. Worauf würden sie jetzt eingehen? Nach der Geschichte des Klassenkampfs im ersten Teil und dem Sieg der Arbeiterklasse zum Sozialismus könnte doch erst einmal nichts weiter thematisiert werden. Oder würden sie jetzt auf das jähe Ende der DDR eingehen? Doch ich hatte mich geirrt.
Sie hoben wieder die Fäuste und blickten stumm ins Publikum. Langsam beruhigten sich dort alle und schauten erwartungsvoll auf die Vorführenden. Als sie begannen, traute ich meinen Ohren nicht. Der Sprechgesang war jetzt verstärkt, obwohl ich nirgends Mikros sah und auch die Darstellerinnen und Darsteller trugen keine. Doch aus den Lautsprechern auf den Polizeiwartburgs mussten ihre Stimmen nun weit bis in die Seitenstraßen zu hören sein:
Wir bauten in stürmischen Zeiten
ein friedliches, schönes Land.
Die Gruppe zog sich etwas zurück und die junge Frau mit den Puffärmeln blieb allein vor der Mauermarkierung stehen:
Wir halfen den Schutzwall errichten.
Was stört uns des Feindes Geschrei?
Berlin, uns’re Hauptstadt bleibt frei!
Die Geschichte vom antifaschistischen Schutzwall also. Die Puffärmelfrau trat in die Reihe zurück, und FDJler stellten sich vor das Publikum. Auf meiner Seite sah ich die Polizisten, die ich auch sonst aus dem Stadtbild kannte. Sie hatten wohl die S-Bahn-Idee umgesetzt.
Wir siegen vereint,
keine Chance dem Feind,
begannen die von der FdJ, und langsam fand ich es etwas ermüdend.
Keiner weint um antisoziale Elemente,
unser Volk bleibt vereint,
was auch immer aufscheint,
zum Schutz unserer Volksdemokratie.
Jetzt hatten sie den Reim scheinbar komplett aufgegeben:
„Unsr’re Grenzkompanie –
mit Fernglas und mit MP,
zum Kampfe sie wieder zieh’n,
ihre Lenker sind Marx und Lenin.
Ich hoffte, dass die Vorstellung bald enden würde. Doch nun trat die Frau im grünen Overall hervor:
„Auf Wacht steh’n wir –
auf Land und auf See.
Auf Wacht steh‘n wir –
direkt an der Spree.
Vertraut der Faust unserer Volksarmee.“
Um mich herum wurde es langsam eng.
„Und immer noch stimmen wir unsere Lieder an,
in uns‘rem Land kommt der Feind nicht voran,
wir verschließen das Land vor dem Tyrann,
und halten stand, no pasarán,
wir halten stand, no pasarán.“
Trompeten, Aufschrei im Publikum, Beifall. Einige schlugen im Takt gegen die Scheiben des Bahnaquariums. Geldscheine regneten auf die rote Fahne am Boden.
You shall not pass, riefen einige Amerikaner oder Briten.
Viva la republica del pueblo, hörte ich von Anderen.
Nessun pasaran! Nao pasaran! Ingen pasaran!
Nach einiger Zeit schaltete ich das Gerät ab. Zuhause hörte ich mir noch einmal alles an. Mit der Qualität der Aufnahmen konnte ich zufrieden sein. Ich würde sie noch komprimieren und dann verschicken, wenn man mir eine Adresse senden würde.
Und dann klingelte auch schon mein Handy.
„Hallo, hier ist die Jessi. Wir hast du‘s gefunden? Ein irrer Erfolg, oder?“
Ich stockte einen Moment.
„Ach, warst du die mit den Puffärmeln?“
„Ja, aber wie fandst du es?“
„Ja, echt viele Leute.“
„Klar, aber wie fandst du uns?“
„Mega – mit dem vielen Text. Muss ich schon sagen.“
Am anderen Ende Schweigen. Ich hatte doch nichts Falsches gesagt. Dann endlich wieder:
„Hör mal zu, wir würden das gern genauer wissen.“
„Klar! Aber, ich hab bloß die Aufnahmen gemacht. Und da musste ich mich…“
Sie unterbrach mich:
„Was heißt denn, bloß die Aufnahmen gemacht? Ist die Arbeit eines Technikers weniger wert als die eines Künstlers? Wir sind besonders an der Meinung eines Technikers interessiert. Nur so erreichen wir kühn unsere zukünftigen Ziele.“
Ich überlegte kurz.
„Verstehe! Aber, meinst du das jetzt ernst?“
„Ich kann dich gern mal auf eine unserer Grundschulungen einladen. Wir veranstalten sie regelmäßig.“
„Und wer ist jetzt wir?“
„Na, die Partei.“
„Ach, die Linke?“
„Wer soll das sein? Nein, die Partei natürlich.“
„Ach, ja. Klar!“
„Und das Material kannst du uns sicher mailen?! Hier mal die Adresse: info@sed.ddr.“
Anregungsfragen:
- Woran erkennen wir, ob ein „besseres Morgen“ eine echte Zukunftsvision ist – oder nur die Wiederholung alter Ideologien in neuem Gewand?
- Warum üben utopische Versprechen gerade in Krisenzeiten eine so starke Anziehungskraft aus – selbst dann, wenn ihre historischen Folgen bekannt sind?
- Kann eine Utopie noch emanzipatorisch sein, wenn sie auf kollektive Geschlossenheit, Parolen und Opferbereitschaft setzt?
- Welche Rolle spielen Ästhetik, Musik, Rituale und Sprache dabei, politische Utopien glaubwürdig erscheinen zu lassen?
- Braucht eine demokratische Gesellschaft überhaupt Utopien – oder eher die Fähigkeit, utopischen Heilsversprechen zu misstrauen?
Hinweis: Nach der Abstimmung wird dieser Text als bereits bewertet markiert.
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